Trauerberatung

Die Tür steht offen, mehr noch das Herz“ ist das Credo einer Beratungsstelle für trauernde Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sowie Menschen die mit trauernden Kindern und Jugendlichen leben oder arbeiten, unabhängig von Kulturen und seelischen oder körperlichen Beeinträchtigungen. Ein solches "offenes, naturnahes Haus" möchten wir gerne verwirklichen und bitten um Ihre Unterstützung.


Warum ein „offenes naturnahes Haus“ für trauernde Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Raum Köln?

Weltweit begann die Kindertrauerarbeit 1984 im Dougy Center in Portland. Mittlerweile gibt es in jeder größeren amerikanischen Stadt ein Angebot. Die Kindertrauerarbeit steckt im Kölner Raum, und in Deutschland insgesamt, in den Kinderschuhen. Der Bedarf aber ist groß.

In Bergisch Gladbach und Bremen begann die Pionierarbeit für Deutschland. In Trauerland Bremen werden zur Zeit weit über 100 Kinder in Kursen begleitet und es gibt eine Warteliste. Wenn wir sehen, dass Bremen noch kleiner als Köln und bestimmt keine „besonders traurige“ Stadt ist, ist der Bedarf allein in Köln recht hoch.

Hinzu kommt, dass bisher in Deutschland noch keine Trauerkurse für die Gruppe der jungen Erwachsenen, von 18 – 25 Jahren, die Geschwister vermisster Kinder oder Flüchtlingskinder, existieren. Es ist demnach zu erwarten, dass der Bedarf an trauernden hilfesuchenden Kindern und Jugendlichen im Kölner Raum bei weit über 100 Plätzen liegt.

Eine auf Trauerbegleitung spezialisierte Beratungsstelle existiert noch nicht. Ein Haus, zu dem die Kinder und Jugendlichen kommen können, wenn sie akuten Bedarf haben und nicht bis zum nächsten Kurstag warten müssen. Oder wenn sie noch keine Angebote wahrnehmen, sich aber gerade in einer tiefen Trauer befinden. Und das kann auch vor dem Tod eines Angehörigen sein.

Darüber hinaus wissen wir aus unserer Berufserfahrung in einem Kinderhospiz, dass dort immer wieder Eltern, Lehrer und Kindertherapeuten anriefen und um Rat in erschwerten Trauerprozessen nachfragten. Dabei handelte es sich nicht um die Begleitung Angehöriger lebensverkürzend erkrankter Kinder, oft war der Anlass der Tod von Vater oder Mutter, oder der Suizid eines Freundes, meist unter dramatischen Umständen.

Natürlich braucht nicht jedes trauernde Kind die Unterstützung in einem Trauerhaus. Trauer ist ja keine Krankheit, sondern eine natürliche Reaktion und drückt Liebe zum Verstorbenen aus.

Allerdings ist Trauer sehr verschieden und so hat das eine Kind genügend Selbsthilfekräfte und das andere Kind eben nicht. Zudem gibt es die bereits erwähnten erschwerten Trauerprozesse.

In Deutschland sterben jährlich 20.000 Kinder und junge Erwachsene als Folge von Krankheit, Unfällen, Morden oder Selbsttötung. Sie hinterlassen Geschwister und Freunde. Bei diesen Toden erleben die Familien oft eine erschwerte Trauer. Diese Trauer wird oft anders erlebt, als wenn ein älterer Mensch nach erfülltem Leben und in Frieden stirbt. Eine ebenso erschwerte Trauer bedeutet der Tod eines Elternteils. Kinder und Jugendliche in Trauergruppen trauern zu 80% um den Tod der Mutter oder des Vaters.

Erschwerte Trauer führt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sehr oft in heftige Lebenskrisen, macht sie krank oder treibt sie im schlimmsten Falle sogar in den eigenen Tod.


Die Trauer von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich von der oft sozial angepassten Trauer der Erwachsenen. Das hat zur Folge, dass die Kinder zum Teil aus Unsicherheit der Erwachsenen heraus, mit ihrer Trauer und ihren Problemen alleine gelassen werden. Doch die Kinderseele leidet und braucht Begleitung bei der Umwandlung des Schmerzes.


„Meine Mama ist in meinem Herzen.“(1)
Toby, 7 Jahre


Kinder und Jugendliche in Ihrer Trauer unterstützen


Die Trauergruppen bieten einen sicheren und bedeutsamen Ort, um Kindern das Ausdrücken ihrer, oft unterdrückten, Gefühle zu ermöglichen. Das sind explosive Gefühle wie Zorn oder Wut, aber auch Gefühle von Angst, Einsamkeit, Verzweiflung, Lebensunlust oder Selbstvorwürfe.


Die Kinder erleben, dass sie mit ihren „ver-rückten“ Gefühlen nicht allein sind. Sie finden Trost und Hilfe für ihre tastenden Schritte zurück ins Leben. Die Atmosphäre ist geprägt von Offenheit, Nähe und Verständnis für ihre Situation. Durch unsere Begleitung und das Zusammensein mit anderen betroffenen Kindern, können wir bei der Suche nach einer neuen Lebensbalance helfen, unterstützen bei geänderten Lebensperspektiven und vermitteln neue Lebensfreude.


Nicht verarbeitete erschwerte Trauer kann zu Folge-Selbsttötungen, chronischen Beschwerden wie Allergien oder Stoffwechselstörungen wie Esslust („Trauerkloß“), psychischen Problemen wie Ängste, Unsicherheit, Schulschwierigkeiten, Suizidgedanken und Depressionen, die wiederum in einer Selbsttötung eskalieren können, führen. Um diese Fehlentwicklungen zu unterbinden, müssen wir gerade bei erschwerter Trauer die Kinder und Jugendlichen so früh wie möglich unterstützen.


Die Kinder wollen oft „gut funktionieren“, nicht noch eine zusätzliche Belastung darstellen und sind nach außen hin eher unauffällig. Sie versuchen Ihrerseits das Umfeld zu unterstützen, anstatt Hilfe für sich selbst zu suchen, obwohl sie diese oft dringend brauchen für eine gesunde Trauer und vor allem als Hilfe zum Weiterleben.

Folge-Selbsttötungen verhindern


Aggression ist eines der sehr starken Trauergefühle. Viele Kinder wissen nicht wohin mit ihr und daher haben der „Vulkanraum“ und die anschließende Entspannung und klärenden Gespräche im „Snoezelenraum“, oder das austoben im Wald und die anschließende Entspannung in der Natur, ihre großen Stellenwerte in der Trauerarbeit.
Manche Jugendliche richten ihre Aggressionen nach Außen, im seltenen Extremfall bis hin zu einem Amoklauf. Die sehr große Mehrheit richtet ihre Aggression nach Innen, bis hin zur Selbsttötung. Neben dieser fehlgeleiteten Aggression, gibt es noch andere tragische Umstände sich selbst zu töten.
So gibt es nach einem Suizid leider auch Nachahmungssuizide. Und fast alle Kinder halten sich bei einem Suizid für Schuldig am Tod des Verstorbenen und haben somit aus ihrer Sicht auch den Tod verdient (Schuld und Überlebensschuldgefühle).

„Ja, ich habe selbst daran gedacht mich umzubringen,
in der Nacht nachdem Papa gestorben ist.
Aber Mama hat mich zu einer Beratungsstelle gebracht,
dort haben sie mir geholfen.
Und mit meinem Bruder habe ich darüber gesprochen.“(1)
Chris, 12 Jahre


Schon zwei Daten zeigen das Ausmaß dieser Dramatik:

Die 15 – 25jährigen sind die Altersgruppe mit der höchsten Selbsttötungsrate;

Jeden Tag töten sich in Deutschland sechs Jugendliche und 150 junge Menschen versuchen es.

Der größte Begünstigungsfaktor für Suizid ist, darüber zu schweigen. Aufgrund dieser Tatsache wird das Thema Selbsttötung auf mehreren Ebenen bearbeitet. In den Beratungen und in der Trauerbegleitung fragen wir die Kinder und Jugendlichen nach möglichen Suizidabsichten. Wir beobachten die Kinder und ihren Trauerprozess, gerade auch im Hinblick auf Lebensunlust und Einsamkeitsgefühle, geben Hilfestellungen und empfehlen bei Bedarf weiterführende Hilfen.

Suizidale Gedanken und mögliche Anzeichen sind auch ein Thema in den prophylaktischen Schulangeboten, dort besprechen wir wahrnehmbare Hinweise und wie Kinder bei einem gefährdeten Freund reagieren können, denn „Wissen ist Hilfe“.

„Ich fühle Mut mich in die Welt zu wagen,
der Erde Weh, der Erde Glück zu tragen.“
Johann Wolfgang von Goethe


Eine Beratungsstelle mit dem Credo „Die Tür steht offen, mehr noch das Herz“ bildet den Kern. Der Schritt über die Türschwelle unseres Hauses wird für einige Trauernde natürlich ein Schritt über eine Hemmschwelle darstellen, nämlich sich diesem schwierigen, ängstigenden und bedrohlichem Thema „Trauer“ zu stellen. Um den Trauernden diesen Schritt zu erleichtern ist es wichtig ein „Herzliches Willkommen“ auszustrahlen. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien sind auch eingeladen, das Haus zunächst unverbindlich zu besuchen, sich um zu schauen, sich zu informieren und auf Wunsch tieferen Kontakt zu einem Ansprechpartner aufzunehmen.

Zudem zählen die Begleitungen für trauernde Kinder, Jugendliche, junge und ältere Erwachsene zum Kernangebot. Diese Begleitungen finden in Kursform statt. Somit können mehrere Trauergruppen zeitgleich angeboten werden. Trauer hat viele Gesichter und braucht flexible Angebote und deshalb kann es differenzierte Kurse geben: Nach Suizid, Tod von Mutter oder Vater, Tod eines Geschwister, Trauer bei Aufnahme eines Angehörigen in einem Hospiz, Jungen und Mädchenangebote (da Jungen und Mädchen oft unterschiedliche Bewältigungswege haben) und Trauerbegleitungen für geflüchtete Kinder, sowie für Geschwister vermisster Kinder, die fast gänzlich allein gelassen werden.


In den Begleitungen begeben wir uns gerne in die Natur. Denn die Natur lässt uns unsere Kraft fühlen und seit tausenden von Jahren suchten und suchen Menschen die Natur bei großen Krisen und Übergängen auf. Die Natur erreicht alle Sinne und wer Sinn sucht, sollte mit den Sinnen beginnen. Wir vereinen dabei Elemente der Erlebnispädagogik mit denen der Visionssuche. Wochenend- und Ferienangebote runden die Begleitungen für die betroffenen kleinen und großen Menschen ab.

Die Beratungsstelle soll aber auch mobil sein und auf Wunsch Beratungen vor Ort in den betroffenen Familien anbieten, um dort eine Trauerkultur, die von alle Beteiligten mitgetragen werden kann, (wieder) aufzubauen. Das schafft unbegrenzte Möglichkeiten der eigenen Begleitung, hin zur Selbstkompetenz und weg von der Verschiebung auf "Experten".

Ein Elterncafe dient betroffenen Erwachsenen als Treffpunkt. Zudem bietet das Elterncafe den (oft verwitweten) Eltern eine Gelegenheit des Austausches mit anderen Betroffenen, während die Kinder die pädagogischen Angebote wahrnehmen. Die trauernden Eltern werden von einer Mitarbeiterin begleitet. Dieses Elterncafe bietet den Erwachsenen eine einmalige Anlauf und Kontaktstelle.

Ein Abschiedsraum erlaubt eine persönlich gestaltete Verabschiedung eines jungen verstorbenen Menschen. In einem Kühlsarg können verstorbene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aufgebahrt werden und die Zugehörigen können sich in Ruhe nach ihrem Zeitempfinden und ihren Trauerbedürfnissen verabschieden. All zu oft berichten Geschwister und Eltern, dass sie sich leider von Bestattern treiben ließen und sich gerne mit mehr Zeit von ihren Kindern und Geschwistern verabschiedet hätten. Sie wurden konfrontiert mit uralten Hygienevorschriften, die es so gar nicht mehr gibt und vor allem, hatten sie keine Alternative. Die schnellen Beerdigungszeiten sind für viele Jugendliche ein großes Problem und legen leider einen Grundstein für eine schwierigere Trauerverarbeitung. Dieses (Raum) Angebot werden wir gemeinsam mit einem innovativen Bestattungsunternehmen realisieren, denn es braucht einen ganz besonderen Ort und eine ganz persönliche Zeit, um sich in Frieden von seinem geliebten Kind verabschieden zu können.

Vorausgehende Trauerbegleitung


Das bedeutet, dass die Ratsuchenden schon ab dem Zeitpunkt einer lebensverkürzenden Diagnose Hilfestellungen erhalten können. Denn wenn ein Familienmitglied lebensverkürzend erkrankt ist, beginnt bei den Zugehörigen die sogenannte vorausgehende Trauerarbeit. Erhalten die Kinder und Jugendlichen in diesem frühen Stadium schon eine Unterstützung, wirkt sich das positiv auf ihren weiteren Trauerprozess aus. Dies ist eine Erfahrung vor allem aus der Kinderhospizarbeit.


Vorbeugende Trauerarbeit


Ein weiterer Baustein ist die Aufklärungsarbeit an Schulen. Diese Prävention soll die Trauerkultur wieder beleben und auch Folge-Selbsttötungen verhindern helfen. An Vormittagen werden wir Schulklassen in ihren Schulen besuchen, wenn es räumlich möglich ist, ins eigene Haus einladen, um dort Projekttage anzubieten. Leben - Sterben, Trauern - Weiterleben. Mit Gesprächen in denen Kinder Erlebtes berichten können, überlegen können was ihnen gut tut, was sie brauchen und mit Geschichten und Erlebnissen von uns, wenn sie noch keine oder wenig eigene Erfahrungen haben. Diese „Trauerkulturtage“ sollen eine tragfähige Trauerkultur in der Klasse weiterentwickeln. Wenn auf diesem Wege Kontakte zu den Schülerinnen geknüpft wurden, kann in einem zweiten Schritt auf Wunsch auch eine schnelle Krisenhilfe für Trauerfälle in der Klasse angeboten werden.


Viele Erzieher und Pädagogen fühlen sich in Traueranlässen unsicher. Betroffene Kinder leiden unter vorschnellem Trost und negieren Ihrer Lebenslage und manches Mal auch Lebenskrise. In Fortbildungen für Erzieher und Lehrerinnen geht es um Sicherheit, Informationen und konkrete Arbeitshilfen für die eigene berufliche Praxis. Neben den Grundlagen werden auch spezielle Themen behandelt, zum Beispiel Trauer nach Suizid oder Trauer beim Tod eines Geschwister. In der Ausbildung von Erziehern haben wir mit zweitägigen Modulen sehr gute Erfahrungen gemacht.


Für die Kölner Region und deutschlandweit, werden wir ein Hilfenetzwerk etablieren, in dem weiterführende und prophylaktische Hilfen für Kinder und Jugendliche vereint sind. Wir werden dazu ein Kennenlernen über sich berührende Fachgrenzen organisieren, um einen Austausch zu schaffen und eine Form der Zusammenarbeit zu fördern.


Angelehnt an das erfolgreiche Vorbild, das Dougy Center in Portland, wird dies ein einmaliges Haus für Deutschland sein. Eine Fachstelle, die ein Forum und Erfahrungsaustausch für die Anbieter in Deutschland initiiert und somit die inhaltliche Arbeit weiter entwickelt, weil wir voneinander lernen können. Wir möchten die wissenschaftliche Arbeit fördern und Ansprechpartner für Universitäten und Forschungswillige sein, um Trauerpädagogik in Deutschland weiter zu professionalisieren und zu bereichern. In der Bibliothek soll eine Sammlung mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen Arbeiten aufgebaut werden, so dass Fachkräfte eine zentrale Anlaufstelle mit allen zur Verfügung stehenden Informationen vorfinden.


In unserer Beratungsstelle möchten wir gerade trauernden Kindern und Jugendlichen wieder einen Zugang zu ihren innewohnenden Selbstheilungskräften ermöglichen und einen Impuls zu Menschen in anderen Regionen aussenden. Ähnlich, wie uns die Impulse aus dem Dougy Center und dem Camp Erin erreichte.


„Es ist sehr schlimm, wenn sich jemand aus der Familie umbringt.
Und es ist sehr schwer damit klar zu kommen.
Man muss darüber reden und sich damit beschäftigen.
Manchmal tut das auch weh und macht traurig.
Man muss sich von anderen dabei helfen lassen ...“(1)
Tom, 8 Jahre


(1) Arbeitsheft: Wenn sich jemand selbst getötet hat. Trauerland Bremen. Original: „After a Suicide“. Dougy Center in Portland.


Methoden


In unseren Trauerbegleitungen gibt es zwei große Ziele: Die Kinder und Jugendliche beim Ausdruck ihrer Gefühle zu unterstützen und sie ihre Erinnerungen als wertvoll anerkennen lassen. Das geschieht sehr oft spielerisch oder in Bewegung. So gehören die Spielpädagogik, ebenso wie die Psychomotorik, Kreativangebote (Malen, Gestalten, Musik, Schreibwerkstatt, Handwerkern), Erlebnispädagogik, tiergestützte Pädagogik und vor allem die Naturerfahrungen zu unseren Methoden.


Wichtig sind den Kindern gleichbleibende Rituale in den Angeboten und der Austausch mit anderen Kindern, denen das Gleiche passiert ist. Um die Verlusterfahrung integrieren zu können und wieder zu einer gesunden und gestärkten Persönlichkeit zu werden, wollen die Kinder spielen, lachen, malen, reden, toben, flüstern, weinen, kämpfen, schreien, reden, reden, ...


In unseren Gesprächen orientieren wir uns an den Leitlinien der humanistischen Psychologie, wie sie Carl Rogers in seiner personenzentrierten Gesprächstherapie beschreibt. 



Räume


Ein "Naturraum" möglichst nahe des Hauses und seine "Indoor"-Alternativen und Ergänzungen:


Im schallgedämpften Vulkanraum können die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Hilfe von „Wutbrocken“, oder „Zornziegeln“, (aus Schaumstoff) ihre explosiven Trauergefühle, wie z. B. Wut und Zorn, sehr aktiv und ohne sich oder andere zu verletzen, ausleben. Auch ein Boxsack hat hier seinen Platz.


Im schallgedämpften Snoezelenraum können die trauernden Kinder in einer „gemütlichen Runde“ Entspannungsmusik hören, ein Gefühl des Geborgenseins erleben und ihren stillen Trauergefühlen nachspüren und Raum geben. Diese „gemütliche Runde“ und besondere Raumgestaltung lädt zum verweilen, entspannen und reflektieren ein. Eine Oase für die verletzte Seele.


Kinder verarbeiten ihre Trauer im Spiel. Im Spielraum warten eine Menge Stofftiere als Seelentröster und ausgewählte Spiele laden dazu ein, die Trauer spielerisch zu verarbeiten.


Das Elterncafe ist ein angenehmer gemütlicher Raum für die begleitende Elternarbeit. Eine Terrasse, ein Wintergarten oder ein Kamin wären von Vorteil. Angeschlossen sollte eine kleine Küche mit Kühlschrank sein.


Im schallgedämpften Abschiedsraum können Familien den Abschied nach ihren Wünschen gestalten. Aus diesem Grunde werden wir in diesem Raum unter anderem Symbole und Gebetsbücher aus allen großen Religionen bereit halten. Der Abschiedsraum sollte einen separaten Zugang haben, so dass die Zugehörigen jederzeit unabhängig den Verstorbenen besuchen können.


Die Bibliothek oder der Informationsraum steht auch den besuchenden Fachkräften zur Verfügung. Sie ist die Basis für das Angebot als Kontaktstelle, dient der professionellen Weiterentwicklung und ist eine Unterstützung für Trauerinitiativen in anderen Regionen. Dies ist einmalig in Deutschland, lehnt sich an das Vorbild im Dougy Center in Portland an und hält Bilderbücher, Fachbücher, CDs, Filme, Zeitschriften und (Spiel-) Materialien zum Thema Trauer bereit.


Im absolut schalldichten Klang- und Klageraum können durch eine Klangwiege und andere Instrumente die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen erreicht werden, die ihre Trauer noch nicht aussprechen, aber aus ihrem Innern ertönen lassen können. Hier werden auch Klagelieder angestimmt und über Tönen dem Verstorbenen noch nicht Gesagtes und offene Dinge mitgeteilt. Zudem kann auch einmal die ganze aufgestaute Wut hinaus gebrüllt werden.


In der Kreativwerkstatt werden durch das handwerkliche Tun, Trauerprozesse in Gang gesetzt. Beispielsweise durch den Bau von „Erinnerungskisten“ oder die Gestaltung von „Schuldsteinen“.


Im Beratungsraum finden die Beratungsgespräche statt. Er dient zudem als Rückzugsort, falls die aktuellen Inhalte in den regelmäßigen Angeboten gerade zu Nahe gehen. Hier können persönliche Gegenstände ausgestellt werden, die auch während des gesamten Kurses dort ihren Platz haben.


Ein multifunktionaler Schulungsraum ab 20 Personen ist für die Arbeit mit Gruppen wie Schulklassen, für die Ausbildungen und Treffen der Ehrenamtlichen und für weitergehende Fortbildungen hilfreich.


Einladend ist ein kleines Foyer mit Besucherempfang und Erinnerungsort. Und zu guter Letzt natürlich noch Toiletten und einen Lagerraum.


Materialien


Um auch die Vorteile der Natur nutzen zu können, sowie Wochenend- und
Ferienausflüge anbieten zu können, wird ein Bootsanhänger mit Kanus, Natursport-Ausrüstung und zwei Kleinbusse mit Anhängerkupplung gebraucht
(z. B. für das Projekt „Mit trauernden Jungen Berge versetzen“).


Dokumentation und Evaluation


Wir streben eine wissenschaftliche Begleitung durch eine Hochschule an. Aufgrund der Situation, dass Herr Renner Lehraufträge an umliegenden Hochschulen wahrnimmt, stehen die Chancen für eine Evaluation unserer Arbeit sehr gut. Das Interesse einer Professorin gibt es bereits.
Daneben werden wir in Infobriefen regelmäßig die Stifter und die Öffentlichkeit informieren.


Zudem sehen wir in einer regelmäßigen Dokumentation einen großen internen Nutzen für unsere Arbeit, im Sinne einer Qualitätssicherung. Durch Dokumentation und Evaluation gewährleisten wir im Team einen ausgeglichen Informationsstand, können uns durch diese Analysen immer wieder kontinuierlich überprüfen, hinterfragen und verbessern.
Einen Schwerpunkt möchten wir zudem auf die Wirkung unserer Angebote legen. Bisher gibt es keine Studien zur Wirksamkeit verschiedener Ansätze und Übungen in der Trauerpädagogik, außer natürlich den Rückmeldungen der Kinder und Jugendlichen, sowie ihrer Eltern. Gerne möchten wir die Erfolgsfaktoren klarer benennen können und uns und die Trauerpädagogik im Ganzen kritisch hinterfragen.